Smart Anlasser wechseln: Diagnose, Anleitung & Tipps
Smart Anlasser wechseln: Diagnose, Werkzeug und Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Sicherheitstipps. Jetzt informieren und den Start wieder zuverlässig machen.
Du drehst den Schlüssel – nur ein trockenes Klick. Oder der Motor kurbelt langsam, das Kombiinstrument flackert, gelegentlich startet er nach einem Schlag auf das Gehäuse doch noch. Typische Anzeichen, dass beim Smart der Anlasser oder seine Stromversorgung schwächelt. Bevor Du Teile tauschst, lohnt eine kurze Diagnose: Ist die Batterie fit? Ist das Masseband am Motor gesund? Oder ist tatsächlich der Starter am Ende? Dieser Artikel führt Dich vom Symptom zur Lösung – mit Fokus auf Smart-typischen Eigenheiten wie Heckmotor und engem Bauraum.
Schnelltest: Batterie, Masseband oder Anlasser?
Bevor Du den Schraubenschlüssel ansetzt, trenne Ursachen sauber:
- Batterie prüfen: Leuchtet alles hell, bricht aber beim Starten sofort zusammen, ist oft die Batterie schwach. Moderne Batterien können kurzzeitig noch gut wirken und trotzdem beim Start einbrechen.
- Geräuschbild deuten: Ein einzelnes Klick ohne Drehen deutet häufig auf den Magnetschalter (Solenoid) oder schlechten Stromfluss hin. Langsames, müdes Durchdrehen spricht für Spannungsabfall (Batterie/Masse) oder einen verschlissenen Anlasser.
- Masseband checken: Beim Smart läuft viel Strom über ein kurzes Masseband am Motor-/Getriebeblock. Grünspan, gebrochene Litzen oder lockere Klemmen verursachen Startprobleme und Wärmeentwicklung.
- Wärmefehler: Startet der Wagen kalt gut, warm aber gar nicht, ist der Starter intern oft verschlissen (Kohlen, Kollektor) – bei Smart nicht selten.
Kurzer Mess-Check (ohne zu überbrücken):
Anschlüsse am Starter (typisch):
- Klemme 30: Dauerplus von der Batterie (dickes Kabel)
- Klemme 50: Steuerleitung vom Zündschloss/Relais (dünneres Kabel)
Schnellmessung mit Multimeter (DC):
1) Batterie-Ruhe: 12,5–12,8 V bei gesunder Batterie (Motor aus)
2) Startversuch: Spannung sollte nicht deutlich unter ~10 V fallen
3) Klemme 50 gegen Masse beim Starten: nah an Batteriespannung
4) Spannungsfall Masse prüfen: Minuspol Batterie zu Gehäuse Starter < 0,3 V beim Starten
Hinweis: Messen statt Brücken – keine Schraubendreher-Tricks!
Wenn Batterie und Masse ok sind, ist der Anlasser meist der Übeltäter.
Vorbereitung und Werkzeug für Smart-Modelle
Smart-typisch sitzt der Anlasser hinten unten am Übergang Motor/Getriebe. Der Zugang erfolgt je nach Baureihe (z. B. 450/451/453) überwiegend von unten. Gute Vorbereitung spart Nerven:
- Voraussetzungen: Fester, ebener Untergrund; Zugang von unten (Unterstellböcke oder Bühne). Fahrzeug kalt und gegen Wegrollen gesichert.
- Sicherheitsausrüstung: Schutzhandschuhe, Schutzbrille, rutschfeste Unterlage, Stirnlampe.
- Werkzeuge/Material:
- Stecknüsse (10 mm, 13 mm), E-Torx-Nüsse (häufig E12/E14), Ratsche mit Verlängerungen, Kardangelenk
- Drehmomentschlüssel (für den Wiedereinbau, nach Herstellervorgabe)
- Schraubendreher, Spitzzange, Drahtbürste
- Multimeter, Kontaktspray, etwas säurefreies Fett für Klemmen
- Wagenheber, Unterstellböcke, Radkeile
- Kabelbinder, Malerkrepp/Marker zum Kennzeichnen der Leitungen
- Bremsenreiniger und ein sauberes Tuch zum Entfetten der Anlageflächen
Tipp: Fotografiere die Kabelanschlüsse am Starter vor dem Lösen. Markierungen mit Klebeband verhindern Verwechslungen beim Einbau.
Anlasser beim Smart ausbauen: Schritt für Schritt
Hinweis: Es gibt kleine Unterschiede je nach Baujahr und Motorisierung. Die folgenden Schritte gelten als praxistaugliche Grundlinie. Arbeite sauber und ohne Gewalt – der Bauraum ist eng.
- Fahrzeug sichern
- Zündung aus, Schlüssel abziehen, 5–10 Minuten warten, bis Steuergeräte schlafen.
- Batterie Minuspol abklemmen (Kurzschlussgefahr!). Klemme isoliert ablegen, dass sie nicht zurückrutschen kann.
- Hinterachse anheben, Wagen auf Unterstellböcke setzen, Räder mit Keilen sichern.
- Zugang schaffen
- Unterbodenverkleidung im Heckbereich demontieren (Clips/Schrauben, je nach Modell).
- Lokalisiere den Anlasser: zylinderförmiges Aggregat am Getriebegehäuse, ein dickes Pluskabel führt zur Klemme 30.
- Elektrische Anschlüsse lösen
- Kabelverlauf fotografieren und beschriften.
- Schutzkappen abziehen, Muttern/Stecker von Klemme 30 und Klemme 50 lösen.
- Leitungen zur Seite sichern, ohne sie zu knicken oder zu belasten.
- Befestigungsschrauben entfernen
- Der Anlasser ist meist mit 2–3 Schrauben am Getriebe befestigt (häufig E-Torx). Längere Verlängerung und Kardangelenk erleichtern den Zugang.
- Mit der freien Hand das Gehäuse stützen, damit der Starter beim Lösen nicht unvermittelt fällt.
- Starter herausnehmen
- Anlasser vorsichtig aus dem Sitz ziehen. Eventuell leicht drehen und in Richtung Fahrzeugheck absenken.
- Dichtflächen/Anlageflächen am Getriebe prüfen und reinigen. Lose Späne oder Korrosion entfernen.
Einbau in umgekehrter Reihenfolge:
- Mating-Flächen entfetten, Starter ansetzen, Schrauben handfest eindrehen und dann mit Drehmomentschlüssel nach Herstellervorgabe anziehen.
- Klemmen 30 und 50 korrekt aufsetzen, sicher verschrauben/stecken, Schutzkappen aufsetzen. Kabel dürfen nicht unter Spannung stehen oder an heißen/rotierenden Teilen scheuern.
- Unterbodenverkleidung montieren, Batterie Minuspol zuletzt anklemmen.
- Probestart: Motor sollte zügig drehen. Achte auf ungewöhnliche Geräusche (Schleifen, metallisches Singen). Bei Auffälligkeiten sofort stoppen und prüfen.
Profi-Checks nach dem Start:
- Spannungsabfall messen: Batterie im Leerlauf ~14 V bei laufendem Motor (Ladespannung). Deutlich niedrig? Lichtmaschine prüfen.
- Sichtkontrolle nach kurzer Probefahrt: Trockene, feste Verbindungen, keine warmen/geschmolzenen Isolierungen.
Sicherheitshinweise
- Elektrik: Der Starter führt Dauerplus aus der Batterie. Kurzschlüsse können Werkzeug schmelzen und Brände auslösen. Immer zuerst den Minuspol der Batterie abklemmen und gegen Zurückrutschen sichern.
- Fahrzeugabstützung: Nur mit geprüften Unterstellböcken arbeiten, niemals unter einem reinen Wagenheber liegen. Räder zusätzlich mit Keilen sichern.
- Keine Überbrückungstricks: Das Überbrücken von Starterklemmen mit Schraubendrehern ist brandgefährlich. Diagnose bitte ausschließlich per Messgerät.
- Airbag/Steuergeräte: Nicht an Airbag- oder Steuergeräte-Steckern arbeiten. Warte nach Zündung „aus“ einige Minuten, bevor Du die Batterie löst.
- Persönliche Schutzausrüstung: Handschuhe und Schutzbrille tragen; Bauteile können scharfkantig sein, Schmutz und Metallpartikel fallen nach unten.
Pflicht-Hinweis: Bei Unsicherheit empfehlen wir den Besuch einer Fachwerkstatt.
Zeit, Kosten und Praxistipps aus der Werkstatt
- Zeitbedarf: Mit guter Vorbereitung 1–2 Stunden, je nach Rost und Zugänglichkeit. Festsitzende Schrauben am Getriebe verlängern die Arbeit.
- Kostenrahmen: Der Preis für einen überholten Starter liegt oft deutlich unter dem eines Neuteils. Plane außerdem kleine Materialien (Klemmenfett, Clips) ein.
- Typische Stolperfallen beim Smart:
- Korrodierte Massepunkte: Den Masseanschluss am Getriebe/Block lösen, reinigen, dünn fetten und festziehen – viele „Anlasserdefekte“ lösen sich damit.
- Falsch verlegte Kabel: Nach dem Einbau auf Abstand zu Abgasstrang und Antriebswellen achten.
- Vergessene Unterbodenclips: Lose Verkleidungen erzeugen Geräusche und können sich lösen.
- Bonus-Tipp: Wenn der alte Starter verschlissen ist, haben häufig auch die Kabelschuhe gelitten. Ersetze ausgeleierte oder verfärbte Stecker – stabile Übergänge sorgen für einen kräftigen Startstrom.
Funktionstest zum Abschluss: Mehrfach starten (kalt/warm), Verbraucher zuschalten (Licht, Heckscheibenheizung) und prüfen, ob der Motor zügig durchzieht. Keine ungewöhnlichen Geräusche? Dann hast Du sauber gearbeitet.
Fazit: Mit einem klaren Diagnosefahrplan, der richtigen Schutzausrüstung und passendem Werkzeug lässt sich der Anlasser am Smart auch in der heimischen Garage wechseln. Achte auf saubere Kontakte, sichere Abstützung und halte Dich an die Herstellervorgaben – dann läuft der kleine Heckmotor beim Dreh am Schlüssel wieder prompt an.
Für viele Arbeiten am Auto sind ein paar Grundwerkzeuge fast immer hilfreich. Damit bist du für die meisten Checks gut ausgerüstet.
OBD-Diagnose-Scanner
für Fehlerspeicher & Live-Daten
Ratschen-Set
für enge Schraubpunkte im Motorraum
Schraubendreher-Set
Kreuz/Schlitz/Torx für Innenraum & Motor
Arbeitshandschuhe & Schutzbrille
für sicheren Griff und Schutz
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Fehler eingrenzen
Mit einem OBD2-Scanner kannst du den Fehlerspeicher in 2 Minuten auslesen.
Kann teuer werden?
Wenn sich abzeichnet, dass die Reparatur ins Geld geht, lohnt sich ein kurzer Versicherungsvergleich.
Was sind die typischen Anzeichen für einen defekten Anlasser bei einem Smart?
Typische Anzeichen für einen defekten Anlasser beim Smart sind ein trockenes Klickgeräusch beim Drehen des Schlüssels oder ein langsames Kurbeln des Motors. Manchmal startet der Motor nach einem Schlag auf das Gehäuse. Diese Symptome deuten darauf hin, dass der Anlasser oder seine Stromversorgung schwächelt.
Wie kann man die Batterie und das Masseband beim Smart überprüfen?
Um die Batterie zu überprüfen, sollte man darauf achten, ob alle Lichter hell leuchten, aber beim Starten sofort zusammenbrechen. Dies deutet oft auf eine schwache Batterie hin. Das Masseband sollte auf Grünspan, gebrochene Litzen oder lockere Klemmen kontrolliert werden, da diese Startprobleme verursachen können.
Warum ist es wichtig, den Anlasser beim Smart korrekt zu diagnostizieren, bevor man ihn austauscht?
Eine korrekte Diagnose verhindert unnötige Reparaturen und Kosten. Oftmals liegt das Problem nicht am Anlasser selbst, sondern an der Batterie oder dem Masseband. Durch eine genaue Diagnose kann man sicherstellen, dass nur die tatsächlich defekten Teile ausgetauscht werden.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sollten beim Wechseln des Anlassers beachtet werden?
Beim Wechseln des Anlassers sollte das Fahrzeug auf einem festen, ebenen Untergrund stehen und gegen Wegrollen gesichert sein. Sicherheitsausrüstung wie Schutzhandschuhe und Schutzbrille sind wichtig. Zudem sollte die Batterie abgeklemmt werden, um Kurzschlussgefahr zu vermeiden.
Video-Tutorials
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