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Reifen selbst wechseln mit Wagenheber: Anleitung

6 Min. Lesezeit
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Aktualisiert: 27.07.2026

Das Wechseln eines Reifens gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten, die jeder Autofahrer beherrschen sollte. Ob ein plötzlicher Plattfuß, der saisonale Wechs…

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Reifen selbst wechseln mit Wagenheber: Anleitung

Das Wechseln eines Reifens gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten, die jeder Autofahrer beherrschen sollte. Ob ein plötzlicher Plattfuß, der saisonale Wechsel von Sommer- auf Winterreifen oder das Ausprobieren eines neuen Felgensatzes – es gibt viele Gründe, warum man den Reifenwechsel selbst durchführen möchte. In dieser umfangreichen Anleitung erkläre ich dir als Ausbilder detailliert, wie du dein Auto sicher mit einem Wagenheber anhebst und den Reifen wechselst. Dabei gilt: Sicherheit steht an erster Stelle, denn Radbefestigungen sind sicherheitsrelevant.

Problembeschreibung

Ein platter Reifen kann plötzlich auftreten und ist oft mit einem unschönen „Wupp-wupp“-Geräusch oder einem vibrierenden Lenkrad verbunden. Auch das Aufleuchten des Reifendruckkontrollsystems im Cockpit ist ein klares Signal, dass etwas nicht stimmt. In solchen Situationen ist es wichtig, schnell und sicher zu handeln, um das Fahrzeug wieder fahrbereit zu machen. Der Reifenwechsel erfordert keine umfassenden technischen Kenntnisse, jedoch ist eine präzise und sichere Vorgehensweise unerlässlich.

Typische Symptome

Die häufigsten Anzeichen dafür, dass ein Reifenwechsel notwendig ist, können vielfältig sein:

  • Ein platter Reifen oder sichtbare Schäden wie ein eingefahrener Nagel
  • Das Vibrieren des Lenkrads, oft ein Hinweis auf ein ungleichmäßig abgenutztes Rad
  • Das Aufleuchten der Reifendruckanzeige im Fahrzeugdisplay
  • Sichtbare Beschädigungen oder Risse an der Reifenflanke
  • Ungewöhnliche Geräusche während der Fahrt, die auf eine Beschädigung hinweisen könnten

Häufige Ursachen

Ein Reifen kann aus verschiedenen Gründen gewechselt werden müssen:

  • Eingefahrener Gegenstand: Nägel, Schrauben oder Glasscherben
  • Unzureichender Reifendruck: Oft durch ein defektes Ventil verursacht
  • Alterung und Verschleiß: Abgenutzte Profiltiefe oder spröder Gummi
  • Äußere Beschädigungen: Bordsteinkollisionen oder scharfe Gegenstände
  • Jahreszeitenwechsel: Der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt

Diagnose Schritt für Schritt

Bevor du mit dem Reifenwechsel beginnst, ist eine gründliche Diagnose entscheidend:

  1. Visuelle Inspektion: Prüfe den Reifen auf sichtbare Schäden oder eingefahrene Fremdkörper.
  2. Reifendruckkontrolle: Überprüfe den Luftdruck mit einem Reifendruckprüfer. Ein plötzlicher Druckabfall deutet auf ein Loch hin.
  3. Profiltiefe messen: Nutze ein Profiltiefenmessgerät, um die gesetzliche Mindestprofiltiefe (1,6 mm) zu überprüfen.
  4. Fahrzeug abstellen: Wähle einen sicheren, ebenen Untergrund, um das Fahrzeug zu parken und zu sichern.

Vorbereitung: Standort, Werkzeug und Fahrzeug

Eine sorgfältige Vorbereitung erleichtert den Reifenwechsel erheblich:

  • Wagenheber: Standardmäßig im Bordwerkzeug enthalten oder ein stabiler Rangierwagenheber.
  • Unterstellbock: Für zusätzliche Sicherheit, falls der Wagenheber nachgibt.
  • Radkreuz oder Radschlüssel: Zum Lösen und Festziehen der Radschrauben.
  • Drehmomentschlüssel: Zum endgültigen Anziehen der Schrauben mit dem vom Hersteller vorgegebenen Drehmoment.
  • Felgenschloss-Adapter: Notwendig, wenn spezielle Felgenschlösser verwendet werden.
  • Radkeile, Handschuhe, Schutzbrille: Für zusätzliche Sicherheit und Schutz.
  • Gummipad: Verhindert Schäden an der Karosserie beim Anheben.
  • Taschenlampe: Hilfreich bei schlechten Lichtverhältnissen.
  • Reifendruckprüfer und Pumpe: Um den Reifendruck nach dem Wechsel zu überprüfen.
  • Kreide oder Marker: Zur Markierung der Radposition für den nächsten Wechsel.

Schritt-für-Schritt: Reifenwechsel mit Wagenheber

  1. Fahrzeug sichern: Handbremse anziehen, Gang einlegen/„P“ wählen, Warnblinker einschalten und Radkeile setzen.
  2. Wagenheber ansetzen: Den geeigneten Aufnahmepunkt des Fahrzeugs gemäß Handbuch identifizieren. Wagenheber senkrecht ansetzen und Gummipad verwenden.
  3. Anheben: Fahrzeug anheben, bis das Rad frei ist. Nur so hoch anheben, dass das Rad problemlos entfernt werden kann.
  4. Radschrauben entfernen: Schrauben vollständig herausdrehen und in einer Schale aufbewahren. Felgenschloss-Adapter verwenden, falls vorhanden.
  5. Rad abnehmen: Rad auf „9 und 3 Uhr“ greifen und gleichmäßig abziehen. Bei Bedarf vorsichtig von hinten gegen das Rad klopfen.
  6. Anlagefläche säubern: Mit einer Bürste oder einem Tuch Rost und Schmutz entfernen. Kein Fett auf die Auflagefläche auftragen.
  7. Neues/anderes Rad aufsetzen: Radbohrungen ausrichten und Rad auf die Nabe setzen. Erste Schraube von Hand anziehen, dann die restlichen.
  8. Voranzug im Sternmuster: Schrauben über Kreuz handfest anziehen, um eine gleichmäßige Anpressung zu gewährleisten.
  9. Absenken und endgültig anziehen: Fahrzeug absenken, bis das Rad Bodenkontakt hat. Mit Drehmomentschlüssel Schrauben über Kreuz mit Herstellerwert anziehen.
  10. Abschlusscheck: Radkappe/Felgendeckel montieren, Reifendruck prüfen und anpassen, Werkzeug und altes Rad sicher verstauen. Reifendruckkontrollsystem möglicherweise neu initialisieren.

Kontrolle nach dem Wechsel: Probefahrt & Nachziehen

  • Probefahrt: Eine kurze Fahrt von 5–10 km durchführen, um die Befestigung zu überprüfen. Auf ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen achten.
  • Nachziehen: Nach 50–100 km Fahrt die Radschrauben erneut mit dem Drehmoment prüfen und gegebenenfalls nachziehen.
  • Reifendruck: In den folgenden Tagen regelmäßig den Reifendruck überprüfen und Ventilkappen auf festen Sitz kontrollieren.

Reparaturmöglichkeiten

Sollte der Reifen beschädigt sein, gibt es folgende Optionen:

  • Reparatur des Reifens: Kleine Löcher oder Risse können bei einem Fachbetrieb repariert werden.
  • Austausch des Reifens: Bei größeren Schäden oder unzureichender Profiltiefe ist ein Austausch notwendig.
  • Ventilwechsel: Bei defekten Ventilen sollte das Ventil ersetzt werden, um einen konstanten Reifendruck sicherzustellen.

Kostenübersicht

Die Kosten für den Reifenwechsel variieren je nach Werkstatt und Region:

  • Selbst durchgeführt: Kosten für Werkzeug und Zubehör wie Drehmomentschlüssel oder Wagenheber, wenn nicht vorhanden.
  • Professioneller Wechsel: In einer Fachwerkstatt liegen die Kosten zwischen 20 und 50 Euro pro Rad, abhängig von der Art des Fahrzeugs und der Felge.
  • Reifenreparatur: Kann zwischen 10 und 30 Euro kosten, abhängig von der Schwere des Schadens.

Wann sollte eine Werkstatt aufgesucht werden?

Eine Fachwerkstatt sollte kontaktiert werden, wenn:

  • Der Reifen irreparabel beschädigt ist.
  • Die Radschrauben festsitzen und nicht gelöst werden können.
  • Du kein Vertrauen in deine Fähigkeiten oder das verwendete Werkzeug hast.
  • Spezielle Sensoren, wie RDKS, neu kalibriert werden müssen.

Kann ich weiterfahren?

Ein Fahrzeug mit einem beschädigten Reifen sollte nicht weiter gefahren werden. Ein platter Reifen kann die Kontrolle über das Fahrzeug massiv beeinträchtigen und zu gefährlichen Situationen führen. Ein Notrad erlaubt nur eine begrenzte Weiterfahrt mit reduzierter Geschwindigkeit bis zur nächsten Werkstatt.

Vorbeugung

Um Reifenprobleme zu vermeiden, sind regelmäßige Checks unerlässlich:

  • Regelmäßige Druckkontrollen: Mindestens einmal im Monat den Reifendruck überprüfen.
  • Profiltiefe überwachen: Achte auf eine ausreichende Profiltiefe, um sicher auf der Straße zu bleiben.
  • Visuelle Inspektionen: Regelmäßig nach sichtbaren Schäden oder eingefahrenen Fremdkörpern suchen.
  • Saisonale Wechsel: Sommer- und Winterreifen rechtzeitig wechseln, um den Grip unter verschiedenen Wetterbedingungen zu verbessern.

Verwandte Probleme

Neben dem Reifenwechsel gibt es weitere fahrwerksnahe Themen zu beachten:

Fazit

Der Reifenwechsel mit dem Wagenheber ist eine machbare Aufgabe, die mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Werkzeugen sicher durchgeführt werden kann. Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen. Bei Unsicherheiten oder komplexeren Problemen ist der Besuch einer Fachwerkstatt zu empfehlen, um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden.

FAQ

Was benötige ich zum Reifenwechsel?
Du benötigst einen Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz oder Radschlüssel, Drehmomentschlüssel, Felgenschloss-Adapter (falls erforderlich), Radkeile, Handschuhe, eine Schutzbrille und einen Reifendruckprüfer.

Wie oft sollte ich meine Reifen wechseln?
Der Wechsel der Reifen sollte entsprechend der Jahreszeiten (Sommer/Winter) erfolgen. Außerdem ist ein Wechsel notwendig, wenn Reifen beschädigt oder abgenutzt sind.

Kann ich ein Notrad dauerhaft nutzen?
Ein Notrad ist nur für den kurzfristigen Gebrauch und mit reduzierter Geschwindigkeit gedacht. Es sollte so bald wie möglich durch einen vollwertigen Reifen ersetzt werden.

Muss ich nach dem Reifenwechsel den Reifendruck prüfen?
Ja, es ist wichtig, den Reifendruck nach dem Wechsel zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, um eine optimale Fahrsicherheit zu gewährleisten.

Wie ziehe ich die Radschrauben richtig an?
Die Radschrauben sollten mit einem Drehmomentschlüssel nach den Herstellerangaben über Kreuz angezogen werden, um eine gleichmäßige Verteilung der Anpresskraft zu gewährleisten.

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Häufig gestellte Fragen

Was benötige ich zum Reifenwechsel?

Du benötigst einen Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz oder Radschlüssel, Drehmomentschlüssel, Felgenschloss-Adapter (falls erforderlich), Radkeile, Handschuhe, eine Schutzbrille und einen Reifendruckprüfer.

Wie oft sollte ich meine Reifen wechseln?

Der Wechsel der Reifen sollte entsprechend der Jahreszeiten (Sommer/Winter) erfolgen. Außerdem ist ein Wechsel notwendig, wenn Reifen beschädigt oder abgenutzt sind.

Kann ich ein Notrad dauerhaft nutzen?

Ein Notrad ist nur für den kurzfristigen Gebrauch und mit reduzierter Geschwindigkeit gedacht. Es sollte so bald wie möglich durch einen vollwertigen Reifen ersetzt werden.

Muss ich nach dem Reifenwechsel den Reifendruck prüfen?

Ja, es ist wichtig, den Reifendruck nach dem Wechsel zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, um eine optimale Fahrsicherheit zu gewährleisten.

Wie ziehe ich die Radschrauben richtig an?

Die Radschrauben sollten mit einem Drehmomentschlüssel nach den Herstellerangaben über Kreuz angezogen werden, um eine gleichmäßige Verteilung der Anpresskraft zu gewährleisten.

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