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Zirpen vom Keilriemen: Ursachen und schnelle Hilfe

6 Min. Lesezeit
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Aktualisiert: 14.01.2026

Keilriemen zirpt? So findest du die Ursache in Minuten. Mit einfachem Schnellcheck, sicheren Tipps und klaren Hinweisen, wann die Werkstatt ran muss!

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Du drehst den Zündschlüssel, der Motor springt an – und aus dem Motorraum klingt es, als hätte sich ein kleiner Vogel eingenistet. Nach ein paar Sekunden ist Ruhe, spätestens wenn alles warm ist. Dieses Zirpen vom Keilriemen hören wir in der Werkstatt ständig. Die gute Nachricht: Oft lässt es sich schnell einordnen – und manchmal mit einfachen Mitteln verbessern.

Neulich kam ein Kunde direkt nach dem Regen vorbei: „Bei Nässe pfeift er wie verrückt, danach ist Ruhe.“ Genau das typische Bild: Der Riemen rutscht kurz durch, sobald er feucht oder leicht glatt geworden ist. Wichtig ist zu verstehen, was da passiert – und wann du besser direkt in die Werkstatt fährst.

Was hinter dem Zirpen steckt

Ein Keilriemen verbindet die Riemenscheiben an Motor und Nebenaggregaten (z. B. Lichtmaschine, Servopumpe, Wasserpumpe, Klimakompressor). Das Zirpen entsteht, wenn der Riemen beim Anlaufen minimal durchrutscht.

Häufige Auslöser aus der Praxis:

  • Feuchtigkeit: Nach Regen, Waschanlage oder kalter Nacht ist der Riemen glatter, die Haftung sinkt kurzzeitig.
  • Glatte Oberfläche: Der Riemen „verglast“ mit der Zeit, wirkt hart und glänzend – dann greift er schlechter.
  • Nachlassende Spannung: Eine alternde Spannvorrichtung oder Längung des Riemens kann für Schlupf sorgen.
  • Verschmutzung: Ölnebel, Frostschutzspritzer oder Staub auf Riemen/Schreiben mindern die Reibung.
  • Rollenprobleme: Umlenk- oder Spannrollen können rau laufen; dann bleibt das Geräusch auch bei trockenem Riemen.
  • Schiefe Laufbahnen: Wenn eine Riemenscheibe leicht versetzt steht, reibt der Riemen seitlich und pfeift.
  • Kälte und hohe Last: Kaltstart mit eingeschalteter Heizung, Heckscheibenheizung, Licht und Klima erhöht die Belastung.

Wichtig: Ein dauerhaft zirpender Riemen ist nicht „normal“. Kurz nach dem Start ein paar Sekunden – okay. Aber wenn das Geräusch bleibt, stärker wird oder mit Geruch nach Gummi einhergeht, bitte zeitnah prüfen lassen.

10-Minuten-Schnellcheck ohne Spezialwerkzeug

Bevor du loslegst: Motor aus, Zündung aus, Schlüssel abziehen. Warte kurz, bis sich alles beruhigt hat. Eine Taschenlampe reicht für den Anfang.

Werkzeug & Schutz
- Taschenlampe oder Handylicht
- Sprühflasche mit Wasser (optional, nur für den Test)
- Dünne Arbeitshandschuhe, feste Kleidung, zusammengebundene Haare

So gehst du vor:

  1. Blickprüfung (Motor aus!)
  • Leuchte den Riemen entlang. Siehst du Risse, ausgefranste Ränder oder eine glasige, glänzende Lauffläche? Das spricht für Verschleiß.
  • Schau auf die Riemenscheiben: Liegt irgendwo Schmutz, Laub oder ölige Feuchtigkeit? Ein sauberes Tuch hilft zum Abwischen der gut erreichbaren, stehenden Flächen.
  1. Druckprobe (Motor aus!)
  • Drücke mittig auf die längste freie Riemenstrecke. Er darf sich spürbar, aber nicht „lappig“ eindrücken lassen. Zu weich? Mögliche Spannungsschwäche.
  1. Hörprobe (Motor an, Hände weg!)
  • Starte den Motor und höre genau hin. Verändert sich das Zirpen, wenn du die Klimaanlage ein- und ausschaltest? Wird es beim Lenken im Stand kurz lauter? Dann rutscht der Riemen unter Last.
  • Wichtig: Nicht dauerhaft am Lenkanschlag halten, das belastet unnötig.
  1. Wassertest (nur wenn du dich sicher fühlst)
  • Aus Armlänge mit einer Sprühflasche einen feinen Wassernebel kurz auf die Riemen-Lauffläche geben. Hände, Haare, Kleidung fern von beweglichen Teilen!
  • Wird das Geräusch sofort kurz leiser oder verschwindet, liegt es meist an Riemenoberfläche/Feuchtigkeit. Bleibt es, deutet das eher auf Rollen oder Ausrichtung hin.
  • Nur Wasser verwenden. Keine Sprays, keine Öle!
Merke
- Zirpen kurz nach Kaltstart + Regen = oft Riemenoberfläche.
- Zirpen dauerhaft + verbrannter Gummigeruch = Werkstatt.
- Zirpen + Warnlampen (Batterie, Temperatur) oder schwergängige Lenkung = sofort anhalten!

Einfache Soforthilfe und Pflege

Diese Schritte sind unkompliziert – sie ersetzen keine Reparatur, können aber kleine Ursachen beseitigen:

  • Reinigung: Mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch erreichbare, stehende Riemenscheiben abwischen. Kein Reiniger aufsprühen, wenn der Riemen montiert ist. Öl und Fett gehören nicht auf den Riemen.
  • Trocknung: Nach Starkregen das Auto kurz ohne große Verbraucher laufen lassen (Licht, Klima aus). Oft verschwindet das Zirpen, sobald der Riemen trocken ist.
  • Verbraucher managen: Direkt nach dem Start nicht alles gleichzeitig einschalten. Erst Motor stabilisieren lassen, dann nach und nach zuschalten.
  • Riemen nicht „pflegen“ mit Wundermitteln: Sprays überdecken nur Symptome und verschlechtern auf Dauer die Haftung.

Was du als Laie besser nicht machst:

  • Keine Spannungs-Einstellungen auf Verdacht. Viele Fahrzeuge haben automatische Spannvorrichtungen. Falsche Eingriffe können mehr Schaden anrichten.
  • Kein Demontieren drehender Teile. Rollenprüfung und Riemenwechsel sind Werkstattsache, wenn du ungeübt bist.

Sicherheitshinweise

  • Hände weg von drehenden Teilen! Bei laufendem Motor niemals greifen, messen oder wischen. Nur aus sicherer Entfernung beobachten.
  • Kleidung, Schmuck, Haare sichern: Nichts darf in bewegliche Teile gelangen.
  • Kühlsystem: Wenn der Riemen die Wasserpumpe antreibt und du Temperaturanstieg bemerkst, sofort anhalten. Heißes Kühlmittel steht unter Druck – niemals bei heißem Motor den Deckel öffnen.
  • Lenkung: Wird die Lenkung plötzlich schwer, kann der Riemen die Servopumpe nicht mehr richtig antreiben. Das ist sicherheitsrelevant – langsam und vorsichtig anhalten.
  • Elektrik: Keine Experimente an der Batterie oder an Steckern der Airbag-Anlage. Ohne Fachwissen nichts abklemmen oder deaktivieren.
  • Grundsatz: Bei Unsicherheit empfehlen wir den Besuch einer Fachwerkstatt.

Wann zur Werkstatt – klare Signale aus der Praxis

In diesen Fällen solltest du nicht weiterfahren bzw. zeitnah Hilfe holen:

  • Das Zirpen bleibt länger als eine halbe Minute und wird unter Last lauter.
  • Du riechst verbrannten Gummi oder siehst schwarze Spuren an Riemenscheiben.
  • Warnlampe der Batterie leuchtet, die Lenkung wird schwer oder die Temperatur steigt.
  • Der Riemen zeigt Risse, ausgefranste Kanten oder sitzt sichtbar schief.
  • Das Geräusch kommt eher von einer Rolle (schabendes, mahlendes Geräusch), nicht vom Riemen selbst.

Was die Werkstatt macht:

  • Sicht- und Hörprüfung, Ausrichtungscheck der Riemenscheiben, Prüfung der Rollen per Freilauf und Spiel.
  • Kontrolle der Spannung bzw. der Spannvorrichtung.
  • Bei Bedarf Riemenwechsel. Das dauert je nach Motorraum gut eine Stunde, bei engen Bauräumen auch länger.

Kleines Werkstattbeispiel: Ein Kompaktwagen zirpte nur bei Nässe. Der Riemen war verhärtet, die Spannrolle lief rau. Nach Riemen- und Rollenwechsel war absolute Ruhe – auch im Herbstregen.

Fazit

Ein zirpender Keilriemen ist meist harmlos, aber nie zu ignorieren. Mit einem kurzen Schnellcheck findest du oft die Richtung: Oberfläche, Spannung oder Rolle. Reinigen, trocknen, Verbraucher dosiert zuschalten – das hilft häufig. Bleibt das Geräusch, kommen Geruch, Warnlampen oder schwergängige Lenkung dazu, gilt: Motor aus, sichern und zur Fachwerkstatt. So bleibt dein Auto zuverlässig – und du entspannt unterwegs.

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