Autor: HorstHilft.de-Redaktion
Vermeide TÜV-Mängel mit einfachen Checks: Prüfe Beleuchtung, Reifen und Bremsen selbst. Spare Zeit und Geld, indem Du kleine Defekte vorab behebst.
Viele glauben, beim TÜV scheitert man an großen Defekten. Überraschung: Am häufigsten stoppt Dich Kleinkram – eine kaputte Glühlampe, blanke Wischer oder eine rissige Kennzeichenleuchte. Das sind Dinge, die Du selbst prüfen kannst, bevor ein Prüfer überhaupt die Motorhaube öffnet.
Ich zeige Dir als Schrauberfreund, worauf es wirklich ankommt. Ohne Fachchinesisch, mit einfachen Handgriffen – damit Dein Auto bei der HU nicht an vermeidbaren Punkten hängen bleibt.
Der Prüfer ist bei der Beleuchtung pingelig – zu Recht. Wenn Dich jemand im Dunkeln nicht sieht, wird’s gefährlich. Geh so vor:
- Schalte nacheinander alle Leuchten ein: Abblend-, Fern-, Stand-, Rück- und Bremslicht, Blinker, Kennzeichenleuchte, Nebelschlussleuchte. Bitte jemanden, hinten zu schauen, oder nutze eine reflektierende Wand. - Achte auf gleichmäßige Helligkeit. Dunkel schimmernde oder flackernde Lampen sind verdächtig. - Streuscheiben: frei von Rissen und milchigen Belägen. Reinige sie außen – oft reicht ein weiches Tuch. - Wischerblätter: Wenn sie schmieren oder rubbeln, tauschen. Ein klarer Blick ist Pflicht. - Scheibe: Steinschläge im Sichtfeld des Fahrers sind ein KO-Kriterium. Außerhalb des Sichtfelds wird genauer hingeschaut. - Waschanlage: Düsen frei? Behälter mit Reinigungszusatz füllen.
Vorbereitung: Du brauchst - Taschenlampe - Reinigungstücher - Handschuhe - Eine helfende Person oder einen hellen Parkplatz (Abdunkeln hilft, Defekte zu erkennen)
Praxisbeispiel: Eine einzige defekte Kennzeichenbirne reicht für einen Mangel. Das kostet Centbeträge und spart Dir den Nachprüfungstermin.
Die Verbindung zur Straße entscheidet. Viele Mängel erkennt man mit dem bloßen Auge:
- Reifenprofil: Gesetzlich mind. 1,6 mm. Mach den Ein-Euro-Münzen-Test: Der goldene Rand sollte im Profil verschwinden. Tut er es nicht, sind die Reifen fällig. - Risse, Beulen, Schnitte an Flanken? Sofort tauschen, Unfallgefahr! - Unregelmäßiger Abrieb (Sägezahn, einseitig): Hinweis auf Achsgeometrie oder Stoßdämpfer-Probleme. - Reifendruck prüfen und auf Soll bringen (Türaufkleber oder Tankklappe). Falschluft verschlechtert Bremsweg und Spurtreue. - Stoßdämpfer: Ölspuren am Dämpfergehäuse deuten auf Undichtigkeit hin. - Bremsanlage: Durch die Felgenspeichen schauen – tiefe Riefen in der Scheibe oder extrem dünne Beläge sind Warnzeichen. Probefahrt: Zieht der Wagen beim Bremsen, spürst Du Rubbeln, riecht es nach heißem Metall? Dann sofort prüfen lassen. - Feststellbremse: Auf ebener Fläche anziehen, im ersten Gang/„P“ leicht anfahren – das Auto darf sich nicht bewegen.
Schnell-Check Werkzeug - Reifendruckprüfer (an Tankstellen verfügbar) - Taschenlampe - Unterlage/Handschuhe
Merke: Reifenalter ist kein offizieller HU-Mangel, kann aber zusammen mit Rissen oder Härtung zur Abwertung führen. Sicherheit geht vor – harte Gummis haben weniger Grip, besonders nass.
Heute schauen Prüfer sehr genau auf Dichtheit und Abgasanlage:
- Abgasanlage: Klappert es unter dem Wagen, riecht es stark nach Abgas? Sichtprüfung auf Rostlöcher, lose Halter, undichte Verbindungen. Ein schlampiger Auspuff ist schnell ein „erheblicher Mangel“. - Motorraum trocken? Ölspuren an Dichtungen, Tropfen am Unterboden oder nasse Bereiche am Getriebe fallen auf. Kleinere „Schwitzen“-Spuren sind oft unkritisch, Tropfen nicht. - Kühlmittelstand kalt prüfen (Ausgleichsbehälter-Markierung). Fehlender Frostschutz wird manchmal bemängelt – Füllung und Dichte beachten. - Scheibenwaschwasser: Füllen und auf Funktion testen. - Motorkontrollleuchte: Sie darf bei Zündung an kurz aufleuchten, muss nach dem Starten ausgehen. Bleibt sie an, droht Ärger bei der AU.
Tipp: Wenn das Auto überwiegend Kurzstrecke fährt, mach vor der HU eine 20-minütige Landstraßenfahrt. Der Katalysator wird warm, Kondenswasser im Auspuff verdampft – das hilft bei Messwerten.
Hier scheitern erstaunlich viele – obwohl es schnell zu beseitigen ist:
- Gurte: Laufen sie leichtgängig auf und zurück? Fransen, Risse oder blockierte Aufroller sind Mängel. - Sitze & Befestigung: Feste Verriegelung in allen Positionen, Rückenlehne rastet ein. - Türen/Hauben: Müssen von innen und außen problemlos öffnen und sicher verriegeln. Defekte Türgriffe sind ein No-Go. - Spiegel & Hupe: Gläser heil, Verstellung möglich, Hupe mit klarem Ton. - Kennzeichen: Feste Halterung, saubere und lesbare Schrift, keine scharfen Kanten am Halter. - Rost & Unterboden: Oberflächlicher Flugrost ist okay, Durchrostungen oder scharfe Kanten sind kritisch. - Batterie-Befestigung: Die Batterie muss fest sitzen. Lose Batterien werden als Mangel eingestuft. - Pflichtausstattung: Warndreieck, Verbandskasten (Inhalt vollständig, Haltbarkeit beachten), Warnweste. Leicht erreichbar, nicht unter Gepäck begraben.
Extra-Tipp: Ein aufgeräumter Kofferraum wirkt nicht nur ordentlich – der Prüfer kommt an Wagenheberpunkte und Reserveradmulde, ohne erst Gepäck zu räumen. Das spart Zeit und Nerven.
- Bremsen, Lenkung, Airbags, Kraftstoff- und Kühlsystem sind sicherheitskritisch. Wenn Du Undichtigkeiten, ungewöhnliche Geräusche, starke Vibrationen oder Warnleuchten feststellst: Fahrzeug stehen lassen und Fachwerkstatt aufsuchen. - Kühlsystem niemals bei heißem Motor öffnen – Verbrühungsgefahr durch Überdruck. Warte, bis der Motor vollständig abgekühlt ist. - Arbeiten an Airbag- oder Gurtstraffern sind tabu. Keine Stecker lösen oder Systeme deaktivieren. - Elektrik: Batterie abklemmen nur nach Herstellervorgabe; Radiocodes und Fensterheber-Anlernprozesse beachten. Kurzschlüsse vermeiden. - Persönliche Schutzausrüstung verwenden: Handschuhe, Schutzbrille, feste Schuhe. Fahrzeug auf ebenem Untergrund sichern, Gang/„P“ einlegen, Feststellbremse anziehen. - Bei Unsicherheit empfehlen wir den Besuch einer Fachwerkstatt.
- Alle Lichter prüfen und defekte Birnen vorab ersetzen - Wischerblätter tauschen, Waschbehälter füllen - Reifen: Profil, Schäden, Druck - Bremsen: Probefahrt, ungewöhnliche Geräusche? Werkstatt! - Auspuff: Klappern, Lecks, Halterungen - Flüssigkeiten: Keine Tropfen unterm Auto, Kühlmittelstand kalt checken - Innenraum: Gurte, Sitze, Hupe, Spiegel, Türfunktion - Pflichtausstattung: Warndreieck, Verbandskasten, Warnweste
Fazit: Die meisten TÜV-Mangelpunkte sind schnell gefunden und noch schneller behoben. Wenn Du vorab 30 Minuten investierst, verhinderst Du unnötige Nachprüfungen – und fährst sicherer. Bei allem, was bremst, lenkt oder heizt, gilt: Erst prüfen lassen, dann weiterfahren. So kommst Du entspannt durch die HU und sparst Dir doppelte Wege.
Häufige Mängel beim TÜV sind defekte Glühlampen, abgenutzte Wischerblätter und rissige Kennzeichenleuchten. Diese kleinen Defekte können leicht vermieden werden, indem man sie vor der Prüfung selbst überprüft und behebt.
Schalten Sie nacheinander alle Leuchten ein und lassen Sie eine zweite Person prüfen, ob alle Lampen funktionieren. Achten Sie auf gleichmäßige Helligkeit und reinigen Sie die Streuscheiben von Schmutz und Rissen.
Der richtige Reifendruck ist entscheidend für die Fahrstabilität und den Bremsweg. Ein falscher Druck kann die Reifenabnutzung ungleichmäßig machen und die Sicherheit beeinträchtigen. Prüfen Sie den Druck regelmäßig und passen Sie ihn an die Herstellerangaben an.
Hören Sie auf klappernde Geräusche und überprüfen Sie die Abgasanlage auf Rostlöcher und undichte Verbindungen. Eine Sichtprüfung auf lose Halterungen kann ebenfalls helfen, erhebliche Mängel zu vermeiden.