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TÜV-Checkliste zum Selbstprüfen: Schritt für Schritt

7 Min. Lesezeit
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Aktualisiert: 27.05.2026

TÜV-Checkliste zum Selbstprüfen: In 30 Minuten prüfst du Licht, Reifen, Flüssigkeiten & Sicherheit. Schritt für Schritt zur HU-Vorbereitung. Jetzt starten!

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Stell dir vor: Nächste Woche ist Hauptuntersuchung. Statt mit mulmigem Gefühl in die Prüfstelle zu rollen, machst du heute einen ruhigen Rundgang. Wie ein Pilot vor dem Start arbeitest du eine klare Liste ab – von außen nach innen, von oben nach unten. Das dauert keine Ewigkeit, spart Stress und deckt kleine Mängel auf, bevor sie teuer werden.

Du brauchst kein Spezialwissen. Wichtig ist ein systematisches Vorgehen, ein paar einfache Hilfsmittel und ein wacher Blick für Details. Los geht’s.

Vorbereitung: Werkzeuge, Zeit und Überblick

Lege dir alles bereit und plane 30–45 Minuten auf ebenem, gut beleuchtetem Platz.

Benötigt werden:

  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Handschuhe (besserer Griff, sauberere Hände)
  • Schutzbrille (für Arbeiten am Motorraum sinnvoll)
  • Reifendruckprüfer und ggf. eine Luftpumpe
  • Profiltiefenmesser oder 1‑Euro‑Münze
  • Putztuch und Scheibenreiniger
  • Helfer oder Wand/Glasscheibe, um Bremslichter zu prüfen

Grundprinzip: Arbeite im Uhrzeigersinn um das Auto, dann Innenraum, Motorraum, anschließend eine kurze Probefahrt. Markiere dir Auffälligkeiten nach dem Ampelprinzip: Grün (ok), Gelb (beobachten/reinigen), Rot (Werkstatt).

Rundgang außen: Licht, Reifen, Glas, Karosserie

Licht ist TÜV‑Klassiker. Zündung an, Lichtfunktionen nacheinander prüfen:

  • Stand‑/Abblend‑/Fernlicht vorn
  • Blinker und Warnblinker rundum
  • Bremslicht (Helfer drücken lassen; alternativ rückwärts an eine Wand fahren und Reflektion prüfen)
  • Rückfahrlicht und Nebelschlussleuchte
  • Kennzeichenbeleuchtung
  • Prüfe: Linsen sauber? Risse? Feuchtigkeit in der Leuchte? Lockeres Gehäuse festschrauben (ohne Gewalt).

Reifen checken:

  • Profiltiefe: Gesetzlich min. 1,6 mm, empfehlenswert ≥ 3 mm. 1‑Euro‑Trick: Verschwindet der goldene Rand im Profil, liegst du ungefähr bei ≥ 3 mm.
  • Beschädigungen: Risse, Beulen, eingefahrene Nägel? Sofort markieren – das ist ein Sicherheitsrisiko.
  • Reifendruck kalt prüfen und nach Herstellervorgabe einstellen (steht meist in der Tür oder Tankklappe).
  • Radbefestigung: Alle Muttern/Schrauben vorhanden? Keine sichtbaren Risse an Felgen.

Glas und Karosserie:

  • Frontscheibe: Steinschläge außerhalb des Blickfelds des Fahrers sind meist unkritisch, im direkten Sichtbereich problematisch. Risse = Werkstatt.
  • Wischerblätter: Schmieren oder fransen sie? Günstig und schnell zu erneuern.
  • Spiegel/Spiegelglas: Fest und rissfrei.
  • Karosseriekanten: Keine scharfen Kanten, keine losen Teile (Stoßfänger, Unterfahrschutz). Kennzeichen fest verschraubt.

Innenraum & Pflichtausrüstung: alles an Bord?

Sicherheit beginnt drinnen:

  • Sicherheitsgurte: Ziehen sie sauber ein? Verriegeln sie ruckartig beim Zugtest? Gurtband ohne Risse/Quetschungen.
  • Sitze: Verstellung und Verriegelung prüfen. Nichts darf wackeln.
  • Hupe: Kurz testen.
  • Spiegel einstellen, Scheibenwaschanlage sprüht vorne und hinten? Düsen nicht verstopft.
  • Kontrollleuchten (Zündung an): Alle gehen kurz an und nach dem Motorstart wieder aus (z. B. ABS, Airbag). Dauerhaftes Leuchten = prüfen lassen.

Pflichtausrüstung in Deutschland:

  • Warndreieck: Vollständig, schnell erreichbar.
  • Warnweste: Mindestens eine griffbereit (nicht im Kofferraum unterm Gepäck vergraben).
  • Verbandkasten: Unbeschädigt, Verfallsdatum prüfen. Abgelaufen? Ersetzen.

Tipp: Halte diese Dinge in einer kleinen Kiste bereit – im Ernstfall zählt jeder Griff.

Motorraum & Unterboden-Basics: Flüssigkeiten und Dichtheit

Motor abgestellt, Fahrzeug steht eben. Vor dem Öffnen der Haube Hände und Brille bereithalten.

  • Motorölstand: Peilstab raus, abwischen, erneut einstecken, ablesen. Öl zwischen Min und Max? Bei Bedarf nach Herstellervorgabe auffüllen. Kein Öl auf heiße Teile tropfen.
  • Kühlmittelstand: Nur bei kaltem Motor am Ausgleichsbehälter prüfen. Unter Minimum? Werkstatttermin vereinbaren – Leck oder Verschleiß möglich. Deckel eines heißen Systems niemals öffnen: Verbrennungsgefahr durch Überdruck!
  • Bremsflüssigkeitsstand: Muss im Bereich MIN–MAX liegen. Sinkender Stand ohne erkennbaren Grund = sofort Werkstatt. Bremsanlage ist Sicherheitsbauteil.
  • Scheibenwaschwasser: Auffüllen, Winter- oder Sommermischung je nach Saison.
  • Batterie: Pole sauber und fest, keine lose Halterung. Korrosion mit Bürste vorsichtig entfernen (Zündung aus!).

Dichtheit und Abgasanlage:

  • Unter dem Auto: Frische Tropfen (Öl/Kühlmittel/Kraftstoff)? Dann nicht weiterfahren, sondern abklären lassen.
  • Auspuff sichtbar? Auf Rost, lose Halter und auffällige Lautstärke achten. Klappern oder Abgasgeruch im Innenraum = Werkstatt.

Wichtig: Nicht unter ein Fahrzeug kriechen, das nur vom Wagenheber gehalten wird.

Probefahrt mit Checkliste: Geradeauslauf, Bremsen, Geräusche

Wähle eine ruhige Strecke und, wenn möglich, einen leeren Parkplatz.

  • Beim Start: Hören die Kontrollleuchten (z. B. ABS, Airbag) nach dem Selbsttest auf zu leuchten? Sonst prüfen lassen.
  • Lenkung: Auto fährt geradeaus, ohne zu ziehen? Keine Vibrationen im Lenkrad? Ungewohnte Geräusche beim Einlenken notieren.
  • Bremsen: Aus moderater Geschwindigkeit gerade und gleichmäßig bremsen. Zieht das Fahrzeug zur Seite? Vibrationen? Dann bitte Werkstatt. Handbremse/Feststellbremse nur bei sehr niedriger Geschwindigkeit vorsichtig testen – hält sie?
  • Geräusche: Klappern, Scheuern, Pfeifen – wiederholbar oder drehzahlabhängig? Notieren. Prüfer fragen oder direkt in die Werkstatt.

Praktisch: Notiere Kilometerstand und Auffälligkeiten. So behältst du den Überblick beim Termin.

Sicherheitshinweise

  • Arbeiten an Bremsen, Lenkung, Airbags oder der Fahrzeugelektrik sind sicherheitskritisch und gehören in Fachhände. Keine Manipulation oder Deaktivierung von Airbags.
  • Kühlsystem steht unter Druck: Deckel nur bei kaltem Motor öffnen. Heißes Kühlmittel kann schwere Verbrennungen verursachen.
  • Unter dem Fahrzeug niemals arbeiten, wenn es nur vom Wagenheber gehalten wird. Verwende standsichere Unterstellböcke – oder überlasse es der Werkstatt.
  • Bei unklaren Geräuschen, Flüssigkeitsverlust, Dauerleuchten von Warnlampen oder auffälligem Bremsverhalten: Fahrzeug nicht weiter nutzen und fachkundig prüfen lassen.
  • Bei Unsicherheit empfehlen wir den Besuch einer Fachwerkstatt.

Mini-Checkliste zum Abhaken

Außen: Licht komplett ✔  Kennzeichenbeleuchtung ✔  Blinker ✔  Bremslicht ✔
Reifen: Druck ✔  Profiltiefe ≥ 3 mm empfohlen ✔  Schäden? ✖
Glas/Wischer: Frontscheibe ok ✔  Wischer streifenfrei ✔  Spiegel fest ✔
Innen: Gurte ok ✔  Sitze verriegelt ✔  Hupe ✔  Kontrollleuchten verhalten sich normal ✔
Pflichtausrüstung: Warndreieck ✔  Warnweste ✔  Verbandkasten (Datum) ✔
Motorraum: Öl ✔  Kühlmittel (kalt) ✔  Bremsflüssigkeit ✔  Batterie fest ✔  Leckfrei ✔
Probefahrt: Geradeauslauf ✔  Bremsen ohne Ziehen ✔  keine ungewöhnlichen Geräusche ✔

Fazit

Mit dieser TÜV‑Checkliste bringst du dein Auto in kurzer Zeit in Prüflaune – ohne Schrauberakrobatik. Arbeite systematisch, korrigiere kleine Dinge sofort und halte Auffälligkeiten fest. So gehst du entspannt in die HU und sparst dir oft eine Nachprüfung. Und denk daran: Bei Unsicherheit oder sicherheitsrelevanten Punkten ist die Fachwerkstatt die beste Adresse.

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Häufig gestellte Fragen

Was sollte ich vor der TÜV-Prüfung an meinem Auto überprüfen?

Vor der TÜV-Prüfung sollten Sie Licht, Reifen, Glas und Karosserie überprüfen. Achten Sie auf die Funktionalität der Beleuchtung und den Zustand der Reifen. Prüfen Sie auch die Windschutzscheibe auf Risse und die Karosserie auf lose Teile. Eine gründliche Überprüfung kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Wie kann ich den Reifendruck korrekt prüfen?

Um den Reifendruck korrekt zu prüfen, verwenden Sie einen Reifendruckprüfer. Der Druck sollte bei kalten Reifen gemessen werden, da sich der Druck bei warmen Reifen erhöht. Die Herstellerangaben zum Reifendruck finden Sie meist in der Tür oder Tankklappe des Fahrzeugs. Ein korrekter Reifendruck sorgt für optimale Fahreigenschaften und Sicherheit.

Warum ist die Kontrolle der Sicherheitsausrüstung im Auto wichtig?

Die Kontrolle der Sicherheitsausrüstung im Auto ist wichtig, um im Notfall schnell reagieren zu können. Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten sollten stets griffbereit und in einwandfreiem Zustand sein. Ein abgelaufenes Verfallsdatum beim Verbandkasten kann im Ernstfall problematisch sein, daher sollte es regelmäßig überprüft und ersetzt werden.

Womit kann ich die Profiltiefe meiner Reifen prüfen?

Die Profiltiefe Ihrer Reifen können Sie mit einem Profiltiefenmesser oder einer 1-Euro-Münze prüfen. Der goldene Rand der Münze sollte im Profil verschwinden, was auf eine Profiltiefe von mindestens 3 mm hinweist. Eine ausreichende Profiltiefe ist entscheidend für die Sicherheit und Haftung des Fahrzeugs auf der Straße.

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