Motor überhitzt: Ursachen, Soforthilfe & Kosten
Was tun wenn die Temperaturanzeige steigt, typische Ursachen und Reparaturkosten
Motor überhitzt? Erfahre die häufigsten Ursachen, wie du richtig reagierst und was Reparaturen am Kühlsystem kosten.
Das Kühlsystem deines Autos besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten: Die Wasserpumpe wälzt das Kühlmittel durch den Kreislauf. Der Thermostat regelt, wann Kühlmittel durch den großen Kreislauf (mit Kühler) fließt. Der Kühler gibt die Wärme an die Umgebungsluft ab, unterstützt vom Kühlerlüfter bei niedrigen Geschwindigkeiten oder im Stand. Der Ausgleichsbehälter gleicht Druckschwankungen aus. Das System steht unter Druck, damit das Kühlmittel erst bei höheren Temperaturen siedet.
Motorüberhitzung kann verschiedene Ursachen haben:
Wenn die Temperaturanzeige in den roten Bereich steigt oder die Warnleuchte aufleuchtet, musst du schnell und richtig handeln. Stelle sofort die Heizung auf Maximum und das Gebläse auf höchste Stufe, denn der Heizungswärmetauscher funktioniert wie ein zweiter kleiner Kühler. Suche die nächste sichere Haltemöglichkeit und stelle den Motor ab. Öffne die Motorhaube für bessere Luftzirkulation, aber fasse den Kühlerverschluss auf keinen Fall an. Warte mindestens 30 Minuten, bevor du den Kühlmittelstand prüfst. Bei niedrigem Stand vorsichtig nachfüllen und die nächste Werkstatt aufsuchen.
Die Kosten hängen stark von der betroffenen Komponente ab. Ein Thermostatwechsel kostet 70 bis 250 Euro. Ein neuer Kühlerlüfter liegt bei 150 bis 400 Euro. Eine Wasserpumpe kostet 200 bis 500 Euro inklusive Einbau. Wenn der Kühler selbst getauscht werden muss, sind 300 bis 800 Euro fällig. Am teuersten wird es bei einer defekten Kopfdichtung: Hier können 1.000 bis 3.000 Euro anfallen, je nach Motor und Werkstatt.
Regelmäßige Kontrolle und Wartung des Kühlsystems beugt den meisten Problemen vor:
Sofort die Heizung auf Maximum stellen (das leitet Wärme vom Motor ab), den Motor an einer sicheren Stelle abstellen und abkühlen lassen. Öffne nicht sofort den Kühlerverschluss, da heißes Kühlwasser unter Druck steht und Verbrühungsgefahr besteht. Warte mindestens 30 Minuten.
Prüfe regelmäßig den Stand im Ausgleichsbehälter (bei kaltem Motor zwischen Min und Max). Warnsignale sind die Temperaturwarnung im Kombiinstrument, süßlicher Geruch nach Kühlmittel, Dampf unter der Motorhaube oder Pfützen unter dem Auto.
Das Thermostat selbst kostet 15 bis 50 Euro. Die Einbaukosten liegen bei 50 bis 200 Euro, je nach Zugänglichkeit. Insgesamt ein überschaubarer Eingriff im Vergleich zu den Schäden, die ein defektes Thermostat verursachen kann.
Im Notfall ja, aber nur kurzfristig. Leitungswasser enthält Kalk und bietet keinen Frostschutz. Fülle so bald wie möglich die richtige Kühlmittelmischung nach. Achte darauf, das vom Hersteller vorgeschriebene Kühlmittel zu verwenden, da es unterschiedliche Spezifikationen gibt.
Die meisten Hersteller empfehlen einen Kühlmittelwechsel alle 3 bis 5 Jahre, unabhängig von der Laufleistung. Das Kühlmittel verliert mit der Zeit seine Korrosionsschutz-Wirkung, was zu Schäden an Dichtungen und Metallteilen im Kühlsystem führen kann.