Autor: HorstHilft.de-Redaktion
Vor der Langstrecke Reserverad-Luftdruck prüfen: einfache Anleitung, sichere Schritte und Spartipps. Jetzt checken und Pannenhilfe-Kosten sparen!
Du startest zur langen Urlaubsfahrt, die Reifendruckanzeige warnt – aber alle vier Räder sind okay? Oft steckt das Reserverad dahinter. Oder du wechselst nach einer Panne aufs Notrad und die Fahrt fühlt sich schwammig an. Klassischer Fall: Der Luftdruck im Reserverad wurde ewig nicht gecheckt.
Das ist wie mit einer Powerbank: Sie nützt dir nichts, wenn sie leer ist, genau dann, wenn du sie brauchst. Ein kurzer Check spart Ärger, Zeit und Pannenhilfe-Kosten – besonders vor der Langstrecke.
Das Reserverad liegt im Verborgenen: unter dem Kofferraumboden oder beim SUV sogar unterm Auto. Es hat keine tägliche Aufmerksamkeit – und in vielen Autos überwacht das System den Reserverad-Luftdruck gar nicht. Über Wochen und Monate entweicht jedoch immer etwas Luft. Besonders Noträder (schmale “Space-Saver”) brauchen oft einen deutlich höheren Druck als die normalen Reifen. Ergebnis: Wenn du es wirklich brauchst, ist es platt oder zu weich.
Warum der Check lohnt: - Sicherheit: Ein korrekt gefülltes Rad lenkt sich stabiler und bremst berechenbarer. - Zeit sparen: Statt Pannenhilfe zu rufen, bist du mit dem Reserverad im Handumdrehen wieder mobil. - Geld sparen: Abschleppen oder Pannenservice kann teuer werden. Ein eigener Reifendruckprüfer kostet wenig und macht dich unabhängig – auch an der Tankstelle. - Planbarkeit: Beim Check siehst du gleich den Zustand: Risse, poröse Ventile, sehr altes Gummi? Dann lieber zuhause handeln statt am Urlaubsrandstreifen improvisieren.
Hinweis: Nicht jedes Auto hat ein Reserverad. Manche haben ein Reparaturset (Dichtmittel + Mini-Kompressor). Auch das solltest du vor der Reise prüfen: Haltbarkeitsdatum des Dichtmittels und Funktion des Kompressors.
Bevor du loslegst, such dir einen ruhigen, ebenen Platz – ideal: Hof, Garage oder ein ruhiger Parkplatz. Motor aus, Handbremse an, Automatik auf P.
Benötigt werden: - Reifendruckprüfer (digital oder analog) - Luftquelle: 12-V-Kompressor oder Luftstation an der Tankstelle - Taschenlampe/Stirnlampe für dunkle Reserveradmulden - Handschuhe (saubere Hände, mehr Grip) - Ein Tuch zum Reinigen von Ventil und Felge
Optional, je nach Fahrzeug: - Bordwerkzeug, um ein Unterflur-Reserverad abzusenken (nur nach Anleitung benutzen)
Tipp zum Sollwert: Den korrekten Druck findest du in der Betriebsanleitung oder auf dem Aufkleber in der Türöffnung/Füllklappe. Für viele Noträder ist er deutlich höher als bei normalen Reifen. Halte dich an den dort genannten Wert.
1) Zugang schaffen - Kofferraum leerräumen und den Boden anheben. Reserverad freilegen. Liegt es stramm in einer Mulde, löse die mittige Halteschraube, bis du es etwas anheben kannst. - Bei Unterflur-Reserverädern (unter dem Auto): Nur auf sicherem, ebenem Platz arbeiten. Lies kurz die Anleitung, wie man das Rad absenkt. Senke es so weit, dass du bequem ans Ventil kommst. Nicht unter das Fahrzeug kriechen.
2) Sollwert checken - Lies den geforderten Druckwert ab (Anleitung/Sticker). Merke ihn dir oder notiere ihn kurz.
3) Ventil vorbereiten - Ventilkappe abdrehen. Mit dem Tuch Schmutz entfernen, damit der Prüfer sauber abdichtet.
4) Messen - Prüfer gerade aufs Ventil setzen, kurz und fest. Den Wert ablesen. Wenn du an der Tankstelle misst, oft zeigt die Station den Druck direkt an.
5) Aufpumpen - Ist der Druck zu niedrig, mit Kompressor/Luftstation auf den Sollwert bringen. Mach kleine Schritte und miss zwischendurch nach. Zu viel drin? Über das Ventil vorsichtig ablassen und erneut messen.
6) Sichtprüfung - Prüfe Risse, Beulen, eingefahrene Nägel (selten, aber möglich), beschädigtes Ventil oder poröse Gummis. Schau nach dem Reifenalter (DOT-Code auf der Flanke). Sehr alte, ausgehärtete Reifen gehören aus Sicherheitsgründen ersetzt – auch wenn das Profil noch gut aussieht.
7) Sicher verstauen - Ventilkappe wieder drauf. Rad klapperfrei befestigen (Halteschraube handfest, nicht überdrehen). Lose Bordwerkzeuge so verstauen, dass sie nicht scheppern – das schont Nerven auf der Autobahn.
8) Besonderheit Notrad - Notrad ist nur für kurze Strecken und reduzierte Geschwindigkeit gedacht. Prüfe, ob der gelbe Geschwindigkeitsaufkleber vorhanden und gut lesbar ist. Merke dir den Hinweis für den Ernstfall.
Mini-Checkliste zum Ausdrucken oder Abspeichern:
`` Intervall: alle 2–3 Monate + vor jeder Langstrecke Sollwert: laut Anleitung/Sticker (Notrad meist deutlich höher) Werkzeuge: Reifendruckprüfer, Luftquelle, Handschuhe, Licht Extra: Sichtcheck auf Risse/Alter, Befestigung prüfen ``
Spartipp: Ein eigener kleiner 12-V-Kompressor im Kofferraum kostet oft weniger als ein einziger Pannenservice. In der Werkstatt wird der Reserverad-Check bei Reifenwechsel/Inspektion oft nebenbei mitgemacht – frag einfach nach. Und: Ein undichtes Ventil tauschen zu lassen ist in der Regel günstig und schnell erledigt.
- Arbeite nur auf ebenem, festem Untergrund. Handbremse an, Gang einlegen/P-Stellung. Warndreieck und Warnweste benutzen, wenn du am Straßenrand stehst. - Bei Unterflur-Reserverädern: Nicht unter das Fahrzeug legen. Senkmechanismus nur gemäß Anleitung bedienen. Klemmt etwas oder ist stark verrostet, brich nicht mit Gewalt ab – lass es in der Werkstatt instand setzen. - Finger weg von rotierenden Teilen: Lass den Motor aus, bevor du am Reserverad hantierst. - Nachts oder bei schlechter Sicht: Beleuchtung nutzen und auf den Verkehr achten. Sicherheit geht vor Tempo. - Bei Unsicherheit, beschädigten Befestigungen oder festgegammelten Mechanismen: Fachwerkstatt aufsuchen. Hier ist gut investiertes Geld besser als Risiko.
Fazit: Ein funktionierendes Reserverad ist deine stille Versicherung auf Reisen. Der Luftdruck-Check dauert nur wenige Minuten, kostet fast nichts und verhindert Stress am Urlaubsbeginn. Nimm dir vor jeder Langstrecke kurz Zeit dafür – und wenn dir etwas komisch vorkommt oder das Rad alt/damaged ist, lass es rechtzeitig prüfen oder ersetzen. Gute Fahrt!
Ein korrekt gefülltes Reserverad sorgt für Stabilität und berechenbares Bremsverhalten. Ein regelmäßiger Check spart Zeit und Geld, da man im Pannenfall schnell wieder mobil ist und teure Abschleppdienste vermeiden kann.
Den korrekten Luftdruck für das Reserverad findet man in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs oder auf einem Aufkleber in der Türöffnung oder Füllklappe. Noträder benötigen oft einen höheren Druck als normale Reifen.
Um den Luftdruck des Reserverads zu prüfen, benötigt man einen Reifendruckprüfer und eine Luftquelle wie einen 12-V-Kompressor oder eine Luftstation an der Tankstelle. Eine Taschenlampe und Handschuhe können ebenfalls hilfreich sein.